Als Pionier in Sachen Dachbegrünung bietet ZinCo seit über vierzig Jahren funktionssichere Begrünungssysteme auf ökologischer Basis passend für jedes Dach an. Jetzt hat das Unternehmen den Systemaufbau “natureline” aus nachwachsenden Rohstoffen entwickelt.

Vielfältig und funktional

Das Dränage-Element im Systemaufbau „natureline“ wird weitgehend aus Zuckerrohr hergestellt, der weltweit effizientesten und produktionsstärksten Zuckerpflanze. Die für die Umwandlung von Zucker in den Kunststoff benötigte Prozessenergie entstammt zum Großteil ebenfalls aus Biomasse. Der Zuckerrohr-Anbau unterliegt strengen Gesetzesauflagen, die sowohl Sozial- als auch Umweltstandards und Naturschutz berücksichtigen (anerkannt nach EU Biokraftstoffverordnung). Die Rohstofferzeugung und -verarbeitung geschieht im Bundesstaat Sao Paolo, etwa 2000 km vom Amazonasgebiet/Regenwald entfernt.

Das System besteht aus einer Speicherschutzmatte auf dem die Dränage "natureline" aufliegt. Diese wrd von dem Systemfilter abgedeckt bevor Systemerde und Vegetation den Dachaufbau komplettieren.

Das System besteht aus einer Speicherschutzmatte auf dem die Dränage „natureline“ aufliegt. Diese wird von dem Systemfilter abgedeckt,  Systemerde und Vegetation komplettieren den Dachaufbau.

Speicherschutzmatte und Filtervlies im Systemaufbau „natureline“ bestehen aus Polymilchsäure (PLA = Polylactid). Dieser Biokunststoff entsteht durch Polymerisation von Milchsäure, die wiederum ein Produkt der Fermentation von Maisstärke durch Milchsäurebakterien ist. Ein großer Vorteil von PLA ist die besondere Vielfalt dieses Biokunststoffes, der wahlweise schnell biologisch abbaubar oder auch dauerhaft funktionsfähig eingestellt werden kann. Weitere Vorteile sind die hohe Festigkeit, die Thermoplastizität und gute Verarbeitung auf den vorhandenen Anlagen der kunststoffverarbeitenden Industrie.
Komplettiert wird der Dachbegrünungsaufbau mit den ZinCo-Substraten, die als reines Recyclingprodukt auf Basis sortenrein gebrochener Tonziegel entstehen und mit organischen Komponenten wie Humus bedarfsgerecht durchmischt sind. Die Nutzung nachwachsender Rohstoffe liegt nahe und verspricht enormes Potentzial. Nachwachsende Rohstoffe sind Biomasse aus land- bzw. forstwirtschaftlicher oder mariner Produktion, typischerweise ein- oder mehrjährige Pflanzen wie zum Beispiel Getreide, Mais, Zuckerrohr, Ölpflanzen, Holz und zukünftig womöglich auch Algen. Der Mensch macht sich hier die Vorleistung der Natur zu Nutze, denn durch den Prozess der Photosynthese wird Kohlenstoff in Form von CO2 der Atmosphäre entzogen und in energiereiche, organische Verbindungen (Biomasse) umgewandelt. Die entstehenden Zucker und andere Bausteine eignen sich als Energieträger oder Chemie-Rohstoffe, zum Beispiel zur Herstellung von Biokunststoff.

Gut für die Ökobilanz

Der entscheidende Vorteil nachwachsender Rohstoffe gegenüber fossilen Rohstoffen ist, dass sie den Treibhauseffekt verringern und somit das Klima schützen. Zum Beispiel sparen Biokunststoffe im Vergleich zu fossilen Kunststoffen (bei gleicher Anwendung) in der Regel 20 bis 80 Prozent der CO2 Emissionen ein. Biokunststoffe sind nicht in allen Belangen grundsätzlich besser, schneiden aber in hoch gewichteten Bereichen bestens ab. Ein Plus verbucht die Ökobilanz zusätzlich beim Einsatz von Rest- und Abfallstoffe als Ausgangsmaterialien.

Langfristiges Ziel: Bioökonomie

Der Einstieg in die Nutzung von Biokunststoffen erfolgt im Wissen, dass auch nachwachsende Agrarrohstoffe in der Menge nur begrenzt verfügbar sind. Landwirtschaftliche Flächen müssen vielen Zwecken, insbesondere der Lebensmittelerzeugung, dienen. Angesichts eines Verbrauchs von nur 0,006 Prozent an der globalen Agrarfläche (Quelle: European Bioplastics und IfBB Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe) ist man sich bei ZinCo sicher: Die Entwicklung von Biokunststoffen und darauf basierenden nachhaltigen Konzepten wie der Dachbegrünung ist der richtige Weg. Das Potenzial von Biokunststoffen ist noch lange nicht ausgeschöpft. In Zukunft können auch Algen oder agrarische Reststoffe zu ihrer Herstellung genutzt werden. Das langfristige Ziel ist die Bioökonomie, bei der fossile durch erneuerbare Rohstoffe und Energieträger ersetzt werden, ohne die Lebensgrundlagen zu zerstören.