AUTARCON steht für innovative, dezentrale und energieautarke Wasseraufbereitung. Das Unternehmen gewann 2013 den IKU in der Kategorie Technologietransfer mit dem von ihm entwickelten SuMeWa|SYSTEM (SunMeetsWater), das schon heute in vielen Teilen der Erde für nachhaltig sauberes Wasser sorgt – insbesondere in Entwicklungsregionen

Kleine und robuste Solarmodule liefern dabei wartungsarm und dauerhaft kostengünstig Energie, um das Wasser zu fördern, es zu filtrieren und ausreichend zu desinfizieren. Nach der mechanischen Filtration des Wassers wird Chlor aus den schon im Wasser vorhandenen Salzen elektrolytisch hergestellt. Keime werden so sicher abgetötet. Mittels solarer Einstrahlung werden so bis zu 400 Liter Wasser pro Stunde aufbereitet und in einem Tank zwischengespeichert.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Für Test und Entwicklungszwecke wurde das System im ländlich geprägten Nordosten Brasiliens aufgebaut und alle Komponenten über Jahre auf Ausdauer und Wartungsfreundlichkeit geprüft. Was im Feldtest nicht den Anforderung genügte, wurde ausgetauscht oder wegrationalisiert. So sind heute nicht einmal mehr Batterien für den Betrieb notwendig. „Des heißen Klimas wegen mussten Batterien ständig ausgetauscht werden oder wurden für anderweitige Zwecke entwendet“, so Goldmaier, Geschäftsführer von AUTARCON. Das Chlor des im Tank gespeicherten Wassers erlaubt dabei die Entkopplung zwischen Aufbereitung und Konsum. Das spart nicht nur Betriebskosten, sondern erleichtert auch erheblich den Transport des insgesamt nur 40 Kilogramm schweren Systems.

Einmal installiert, kann das System über Jahre hinweg Wasser aufbereiten. Bis auf die Pumpe gibt es kein mechanisches Bauteil, wodurch das System äußerst robust ist. Der Wartungsaufwand beläuft sich dabei auf die regelmäßige Überprüfung und Reinigung der Filter, Elektrolysezellen und der Wasserspeicher. Dies wird von den Bewohnern vor Ort in der Regel unter Verwendung einer weichen Bürste und mit etwas Zitronensaft oder Essigsäure eigenständig durchgeführt. Falls es doch mal zu Problemen kommen sollte, kann das System alle relevanten Betriebsparameter per Handynetz zur Fernwartung und Fehlersuche online übertragen.

Mit der Marktreife des Systems wird es in einer Ausgründung aus der Universität Kassel von AUTARCON vertrieben und kontinuierlich weiterentwickelt. Bisher wurden die Installation und die Anleitung der Bewohner vor Ort von AUTARCON organisiert und betreut. Zukünftig soll dies jedoch verstärkt von Partnern und unabhängigen Organisationen der jeweiligen Länder durchgeführt werden. „Uns ist die Beteiligung der örtlichen Bevölkerung und lokalen Institutionen ein besonderes Anliegen. Nur wenn alle am gleichen Strang ziehen, können solche Projekte dauerhaft sinnvoll umgesetzt werden“, so Goldmaier. Mit SuMeWa ist es den Kasseler Ingenieuren gelungen, ein System zu entwickeln, welches den Anforderungen an eine nachhaltige dezentrale Wasserversorgung gerecht wird.