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Mykorrhiza (griech. Pilzwurzel) steht für die Symbiose von Pflanzen und Bodenpilzen. Über ihr Wurzelgeflecht werden Pflanzen mit schwer zugänglichen Nährstoffen und Wasser versorgt. Zum Beispiel liefern sie den Wurzeln Phosphor und Stickstoff, an die sie sonst nicht herankämen. Bei rund 80 Prozent aller Landpflanzen kommt die Mykorrhiza-Symbiose in der Natur vor. Sie wurde aber durch die Intensivlandwirtschaft der vergangenen Jahrzehnte auf den Äckern arg dezimiert. Das Unternehmen Wilhelm Best GmbH aus Cloppenburg hat nun für dieses Problem eine Lösung.

Pilze reifen im Labor

Im Labor reifen langsam wachsende Mykorrhizapilze heran, die anschließend in ein Pulver verwandelt werden, das der Landwirt seinem Saatgut zusetzen kann. Derart behandeltes Saatgut hilft dem unterirdischen Pilzgeflecht ein Vielfaches des Bodenvolumens zu nutzen und Nährstoffe den Pflanzen schneller als durch herkömmliche Wege zur Verfügung zu stellen. Mehr noch: Überlastete Böden können renaturiert und die Nitratbelastung im Grundwasser langfristig gemindert werden. Zahlreiche Versuche belegen außerdem die qualitative und quantitative Steigerung der Erträge.

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Effizientere Nutzung von Düngemitteln

Die Versorgung mit Nähr- und Mineralstoffen wird also ergiebiger gestaltet, ein Mehrertrag an Qualität und/oder Quantität ist das Resultat was dem Landwirt dabei interessiert. Auch die Nitratbelastung im Grundwasser kann durch die effizientere Nutzung von Düngemitteln langfristig dezimiert werden. Besonders in Regionen mit intensiver Tierhaltung ist dies aufgrund des erhöhten Güllevorkommens ein großes Thema.

Die Funktionsweise der Mykorrhiza basiert auf dem Austausch von Kohlenhydraten mit anorganischen Nährstoffen zwischen Pilz und Pflanze. Die Wilhelms GmbH konzentriert sich dabei auf die in-vitro-Herstellung von arbuskulären Mykorrhizapilzen (AM-Pilzen) und Bakterien wie Rhizobien. Im Gegensatz zu den häufig verwendeten Ekto-Pilzen können  die Mykorrhizapilze auch für landwirtschaftlich genutzte Pflanzen wie Mais, Soja oder Kartoffeln verwendet werden.