Das Unternehmen „Intrapore“ hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Schadstoffe im Boden auf einfachem Weg beseitigen lassen. Das Start-up säubert  Grundwasser mit mikroskopisch kleinen Nanopartikeln. Die Begriffe „intra“ und „pore“ stehen für das Verfahren: Die mikroskopisch kleinen Nanopartikel lagern sich in den Bodenporen an die Bodenkörner an und machen mit ihren spezifischen Eigenschaften Schadstoffe unschädlich.


„Im 21. Jahrhundert ist die Verfügbarkeit von sauberem Wasser eine globale Herausforderung. Unser Anspruch ist, neue Grundwasser-Sanierungsverfahren zu entwickeln und weltweit einsetzbar zu machen. So leisten wir unseren Beitrag: für schwierige Standorte, anspruchsvolle Schadstoffe und überall dort, wo konventionelle Verfahren nicht weiter kommen.“


Bisher wird das belastete Wasser an die Oberfläche gepumpt, dort behandelt und dann gesäubert ins Oberflächenwasser geleitet. Die aufgefangenen Schadstoffe müssen zusätzlich separat entsorgt werden. Bis eine Grundwasserschicht gereinigt ist vergehen im Schnitt 10 Jahre.
Die Nano- und Mikropartikel-basierten Sanierungsverfahren (NMP, engl. nanoremediation) werden in der in situ Dekontamination von Boden- und Grundwasserbelastungen eingesetzt. Verschiedene  Forschungsprojekte haben in den letzten 10 Jahren NMPs für eine Vielzahl von Schadstoffen entwickelt. Das im industriellen Maßstab behandelbare Schadstoffspektrum umfasst derzeit LCKW, BETX und Schwermetalle. Für diverse weitere Stoffe wie MTBE, PFT, Pestizide und STV finden Felderprobungen  statt.

Bevor die Partikel im Nano- und Mikrometerbereich in den Boden kommen, bestimmt Intrapore die Schadstoffkonzentration, verschiedene Wasserparameter, die Wasserbewegung und vieles mehr.
Mit Hilfe digitaler 3D-Modelle der Grundwasserbereiche aus den so gewonnen Daten, testet das Intrapore-Team schließlich im Labor, welche Partikel am besten gegen die jeweiligen Schadstoffe wirken.
Je nach Schadstoff wirken die NMP als Reagens, Katalysator, Sorbens oder in Kombination. Die Reaktionsformen können Oxidation, Reduktion, die Förderung der Mikrobiologie im anaeroben oder aeroben Milieu, Adsorption, Redox-Immobiliserung oder Mischformen davon sein. Je nach Standort und Schadstoff(-mix) werden die Intrapore® NMPs daher individuell konfiguriert. Die Injektion in das Grundwasser oder den Boden erfolgt, individuell an den Standort angepasst, im Rahmen eines abgestuften Anwendungskonzeptes.

Die Transportreichweiten im Untergrund betragen partikel- und standortabhängig bis zu 20 m und sind über Stabilisatoren und die Injektionstechnik steuerbar. Es findet keine  spätere „ungewollte“ Verlagerung statt, da sich die NMPS an die Bodenmatrix anlagern. Vielmehr wird durch die Injektion ein nachhaltig wirksames Depot erzeugt, das partikel- und milieuabhängig bis zu mehreren Monaten wirksam ist. Die NMPs selbst sind auf ihre ökotoxikologische Unbedenklichkeit getestet.

Vorteile unserer NMP-Sanierungsverfahren

    • Sicher und nachhaltig: Kalkulation der Injektionsmengen durch Schadstoffgehalte stöchiometrisch vorgegeben, Ziel: langanhaltende Wirkung.
    • Zielgerichtet und maßgeschneidert: Anpassung des Partikelmixes, des Injektionsmediums und der Verlagerungsweiten an den jeweiligen Standort.
    • Keine Unterbrechung von Betriebsabläufen: „minimal-invasive“ Vorgehensweise.
    • Geringe Beeinflussung der Grundwasserhydraulik: keine Grundwasserförderung u. Ableitung behandelter Wässer, nach Injektion keine Störanfälligkeit, keine Wartung des Systems.
    • Schadstoffe im gesamten Untergrund erreichbar: Gebäude, Infrastruktur, Ver- u. Entsorgungsleitungen nicht hinderlich.
    • Wirkung in Echtzeit kontrollierbar: über on site-Sensorik.
    • Kostenreduzierung: geringer Personalaufwand / Wegfall Anlagentechnik. NMP-Ergänzungseinsatz: Aufwandsreduzierung laufender P&T-Maßnahmen.

„Kalifornien: Es zeigt einen Mann, der seinen verdörrten Rasen mit Sprühfarbe lackiert, damit die Grashalme wieder schön grün aussehen. Kein Witz! Die Szene ist so absurd wie real. Deshalb hat Julian Bosch das Foto aufbewahrt. Als abschreckendes Beispiel. Nein, so weit wie im sonnigen Westen der USA, wo das Wasser knapp ist und das Blumengießen in heißen Sommern verboten, so weit sollte die Welt es nicht kommen lassen“, sagt Bosch.